RCE Tongyeong International Forum
Gemeinsam für eine nachhaltige Zukunft
Am 16. und 17. Mai 2025 wurde die malerische Küstenstadt Tongyeong in Südkorea zum Treffpunkt engagierter Bildungsakteurinnen und -akteure aus der gesamten Asien-Pazifik-Region. Anlass war das 16. Tongyeong International Forum, das ganz im Zeichen der regionalen Verbundenheit, des lebendigen Austauschs und gemeinsamer Visionen für eine Bildung im Sinne nachhaltiger Entwicklung (BNE) stand. In einer herzlichen und inspirierenden Atmosphäre wurde nicht nur Wissen geteilt, sondern auch neue Wege der Zusammenarbeit für eine gerechtere und zukunftsfähige Welt erkundet.
Das Forum wurde anlässlich zweier Jubiläen veranstaltet: dem 20-jährigen Bestehen des RCE Tongyeong und dem 10-jährigen Bestehen des RCE Sejahtera Forest Training Centers.
Ein Höhepunkt war die Grundsatzrede von Professor Dzulkifli Abdul Razak von der Universiti Sains Malaysia. In seiner inspirierenden Keynote mit dem Titel „The Meaning of ‘Sejahtera’ Blooming Across Asia-Pacific“ stellte er das malaiische Konzept Sejahtera vor, das für ganzheitliches Wohlergehen steht.
Prof. Razak betonte, dass Bildung im 21. Jahrhundert einen Paradigmenwechsel durchlaufen müsse. Während im 20. Jahrhundert vor allem wirtschaftliches Wachstum im Mittelpunkt stand, müsse Bildung heute verstärkt Menschlichkeit, Mitgefühl und globale Verantwortung fördern. Sejahtera plädiert für ein Bildungsverständnis, das das Wohlbefinden der Gemeinschaft, kulturelle Werte und kooperatives Lernen in den Vordergrund stellt.
Zentrale Prinzipien wie Zusammenarbeit, Koexistenz und gemeinsame Gestaltung seien laut Razak unverzichtbar, um nachhaltige Gemeinschaften aufzubauen. Bildung solle nicht nur Wissen vermitteln, sondern verantwortungsbewusste Bürgerinnen und Bürger hervorbringen, die sich den Herausforderungen der Gegenwart mit sozialer und ökologischer Sensibilität stellen.
Dr. Jonghwi Park vom Institut für nachhaltige Entwicklung der Universität der Vereinten Nationen (UNU-IAS) unterstrich die zentrale Rolle der RCEs bei der Umsetzung der globalen Nachhaltigkeitsziele auf lokaler Ebene. Sie sprach sich insbesondere für projektbasierte Lernmethoden und eine stärkere Bürgerbeteiligung aus, um Bildungsprozesse nachhaltiger und wirkungsvoller zu gestalten.
Auch Vertreter der Hanns-Seidel-Stiftung aus der Mongolei, Korea und China beteiligten sich aktiv an den Diskussionen. Sie berichteten von ihren Erfahrungen beim Aufbau regionaler Expertennetzwerke. Im April dieses Jahres hat das Umweltbildungsyentrum der Nationaluniversität der Mongolei den Antrag auf Gründung des RCE in der Mongolei eingereicht. Auf dem Forum wurden nicht nur Strategien zur Bewältigung damit verbundener Herausforderungen vorgestellt, sondern auch wertvolle Erkenntnisse aus der Entwicklung und Kooperation der RCEs im asiatisch-pazifischen Raum geteilt.
Ein weiteres Thema war die Organisation eines Jugendaustauschs zwischen dem RCE-Zentrum in Hangzhou, China, und dem RCE Tongyeong in Südkorea – ein Schritt zur weiteren Stärkung grenzüberschreitender Zusammenarbeit in der Bildung für nachhaltige Entwicklung.
Bildung für nachhaltige Entwicklung ist ein zentrales Handlungsfeld der Stiftung – und Veranstaltungen wie das Forum in Tongyeong zeigen, wie wichtig der grenzüberschreitende Dialog und das gemeinsame Engagement für eine nachhaltige Zukunft sind.