Zahlreiche mongolische Absolventinnen und Absolventen deutscher Hochschulen sowie Vertreter aus staatlichen Institutionen, Universitäten, Forschungseinrichtungen, Wirtschaft und internationalen Organisationen nahmen teil. Auch hochrangige Gäste, darunter ein Mitglied des Parlaments, der Bildungsminister sowie Alumni der Hanns-Seidel-Stiftung, waren vertreten und unterstrichen die Bedeutung der Veranstaltung.
Das Jahr 1926 markiert einen Wendepunkt in der modernen intellektuellen Entwicklung der Mongolei, als die ersten Studierenden nach Deutschland entsandt wurden. Diese Entscheidung war nicht nur bildungspolitisch, sondern auch eine strategische Weichenstellung für die zukünftige Entwicklung des Landes.
Deutschland war damals eines der führenden Zentren für Ingenieurwesen, Medizin, Naturwissenschaften und Technik. Die mongolischen Studierenden brachten neben Fachwissen auch moderne institutionelle Werte, Forschungsmethoden und Verwaltungskultur in ihr Heimatland zurück.
Unter den ersten Studierenden befand sich auch der bedeutende Schriftsteller Dashdorjiin Natsagdorj, dessen Werk stark von europäischen Einflüssen geprägt ist. Dies zeigt, dass die Zusammenarbeit nicht nur zur fachlichen Ausbildung, sondern auch zur kulturellen und intellektuellen Erneuerung beitrug.
Im Laufe des 20. Jahrhunderts blieb die Bildungskooperation trotz politischer und gesellschaftlicher Veränderungen bestehen. Viele mongolische Fachkräfte wurden in Deutschland ausgebildet und leisteten einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung von Infrastruktur, Industrie, Gesundheitswesen und Bildung in der Mongolei.
Seit den 1990er Jahren spielen in Deutschland ausgebildete Fachkräfte eine wichtige Rolle bei der demokratischen Transformation, der Rechtsreform sowie beim Aufbau von Staat, Zivilgesellschaft und Privatsektor. Die Zusammenarbeit hat sich zudem auf Forschung, Innovation, nachhaltige Entwicklung und digitale Transformation ausgeweitet.
Insgesamt lässt sich die 100-jährige Zusammenarbeit durch drei zentrale Dimensionen beschreiben:
• langfristige Investition in Humankapital
• kultureller und wertebasierter Austausch
• Stärkung institutioneller Kapazitäten
Bis heute fungieren mongolische Absolventinnen und Absolventen deutscher Hochschulen als lebendige Brücke zwischen beiden Ländern und leisten einen bedeutenden Beitrag zur Entwicklung der Mongolei.