Print logo
Zur Hauptnavigation springen Zum Hauptinhalt springen

Nationales Forum
Jugendliche im Einsatz gegen Wüstenbildung

Unser Land gehört zu den zehn Ländern, die am stärksten vom Klimawandel betroffen sind, und 76,9 % des gesamten Staatsgebiets sind von Wüstenbildung betroffen. Über 80 % davon stehen im Zusammenhang mit Überweidung und unsachgemäßer Nutzung der Weideflächen. Die Folgen der Wüstenbildung wirken sich am stärksten auf die soziale und wirtschaftliche Lage sowie die Gesundheit der Viehzüchter aus.

Im Rahmen der Vorbereitungen zur COP17 der UN-Konvention zur Bekämpfung der Wüstenbildung, die 2026 von der mongolischen Regierung ausgerichtet wird, fand am 16. und 17. Juni in der Provinz Dundgovi ein nationales Jugendforum unter dem Motto „Beteiligung der Jugend im Kampf gegen die Wüstenbildung“ statt. Die Veranstaltung wurde gemeinsam vom Büro des UN Mongolei und der Provinzverwaltung von Dundgovi organisiert.

Junge Stimmen im Mittelpunkt

Zur feierlichen Eröffnung betonte N. Chimguundari, Leiterin des COP17-Vorbereitungskomitees und Sonderbotschafterin, die zentrale Rolle der jungen Generation im Kampf gegen die Wüstenbildung. Sie unterstrich, wie bedeutend die aktive Mitwirkung junger Menschen bei diesem internationalen Großereignis im kommenden Jahr sei.

 

Auch der Gouverneur der Provinz Dundgovi, S. Munchchuluun, hob in seiner Ansprache die gravierenden Folgen der Bodendegradation und Wüstenbildung für die Region hervor. Er betonte die Dringlichkeit, lokal angepasste Lösungen zu entwickeln, die den spezifischen Bedingungen der Gobi-Region Rechnung tragen, und rief zu enger regionaler Zusammenarbeit auf.

Austausch, Wissenstransfer und Engagement

Das Forum brachte rund 120 engagierte junge Menschen sowie Vertreter*innen verschiedener Ministerien, internationaler Organisationen und wissenschaftlicher Institutionen zusammen.

UN-Residentenkoordinator in der Mongolei, Jaap van Hierden erklärte in seiner Rede:

„Die Mongolen verfügen über einen reichen Erfahrungsschatz in der nachhaltigen Nutzung und dem Schutz von Land, Weideland und Wasser. Die traditionelle nomadische Viehwirtschaft enthält wertvolles Wissen. Die COP17 bietet der Mongolei eine einmalige Gelegenheit, diese Erfahrungen mit der Welt zu teilen – als Beitrag zur Wiederherstellung degradierter Böden und zum Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen.“

 

Das Forum bot eine Plattform für junge Viehzüchter, Wissenschaftlerinnen und Umweltaktivistinnen, um sich über bewährte Praktiken auszutauschen – etwa rotierende Weidewirtschaft, nachhaltige Viehzucht, Bodenmanagement, Verbesserung der Bodenqualität sowie innovative Ansätze zur Klimaanpassung während der Diskussionsrunden und Vorträgen. Ziel war es, die Bodendegradation zu verringern, Schutzstrategien für Weideflächen zu entwickeln und voneinander zu lernen. 

Dr. A. Haulenbek, leitender Wissenschaftler am Geographisch-Geoökologischen Institut der  Wissenschaftsakademie und am Zentrum für Wüstenforschung, unterstrich in seinem wissenschaftlichen Beitrag:

„Effektive Maßnahmen gegen Wüstenbildung müssen auf wissenschaftlichen Grundlagen beruhen und den natürlichen sowie klimatischen Besonderheiten jeder Region angepasst sein.“

Diskussionsrunde

Die World-Café-Gruppendiskussion bereicherte das Forum mit zahlreichen Ideen und Vorschlägen der Teilnehmenden. Auf Grundlage dieser Diskussion erarbeiteten Frau Bayardelger L., Generalsekretärin, und Frau Khishigjargal E., Mitbegründerin der UNA Mongolei, gemeinsam mit jugendlichen Mitorganisator*innen eine Empfehlung unter dem Titel „Beteiligung der Jugend am Kampf gegen die Wüstenbildung – Unser Versprechen“. Diese Empfehlung wurde den Teilnehmenden vorgestellt und wird an das Vorbereitungskomitee der COP17 weitergeleitet, um die Stimme der Jugend für eine grüne und nachhaltige Zukunft zu stärken.

Preisübergabe

Neben der Hauptveranstaltung wurden die Gewinner*innen des Wettbewerbs zum Thema „Beteiligung der Jugend am Kampf gegen die Wüstenbildung – Ideathon“ bekannt gegeben. Dabei haben die Mitglieder des nationalen Jugendumweltrates den ersten Platz bekommen und haben sie ihre innovativen und skalierbaren Lösungsansätze zur Verringerung der Bodendegradation vorgestellt.

Beteiligung der Hanns-Seidel-Stiftung

Die Stärkung der Jugendbeteiligung an umweltpolitischen Entscheidungsprozessen gehört zu den zentralen Aufgabenbereichen der Hanns-Seidel-Stiftung.
Seit 2023 arbeitet die Stiftung mit der UNA Mongolei zusammen und unterstützte in diesem Jahr das Policy Empowerment Program. Ziel dieses Programms war es, junge Mitglieder des Nationalen Jugendumweltrats im Bereich Umwelt und Recht weiterzubilden, ihre Kompetenzen zu stärken und ihnen die aktive Teilnahme an politischen Entscheidungsprozessen zu ermöglichen.

Im Rahmen des Programms teilten die Jugendlichen ihr Wissen mit Schülern, sammelten deren Meinungen und entwickelten konkrete Empfehlungen für umweltfreundliche Gesetzesinitiativen, die anschließend an politische Entscheidungsträgerinnen weitergeleitet wurden.

Um nachhaltige Maßnahmen gegen die Wüstenbildung zu fördern und die Stimmen junger Menschen weiter zu stärken, nahmen Vertreter*innen der Hanns-Seidel-Stiftung auch am Jugendforum teil. Dabei konnten sie Einblicke in die Wirkung des Beteiligungsprogramms im Vorfeld der COP17 gewinnen und mögliche Ansätze erkennen, wie junge Menschen im Einsatz für eine grüne Zukunft gezielt unterstützt werden können.

 

Gemeinsame Aktion für eine grünere Zukunft

Der zweite Tag des Forums wurde mit einem symbolischen Zeichen durch die Teilnehmenden fort : Anlässlich des Internationalen Tags zur Bekämpfung von Wüstenbildung und Dürre pflanzten sie Bäume im Stadtpark von Mandalgobi – ein gemeinsamer Akt des Engagements für die Begrünung der Gobi-Region und den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen.