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COY20
Jugendklimakonferenz – Belém, Brasilien

Vom 6. bis 8. November 2025 fand in Belém, Brasilien, die 20. Jugendklimakonferenz (COY20) statt. Die Veranstaltung bringt jedes Jahr junge Menschen aus aller Welt zusammen, um Wissen zum Klimawandel zu vertiefen, Netzwerke zu stärken und die gemeinsame Stimme der Jugend vor der UN-Klimakonferenz (COP30) hörbar zu machen.

Das zentrale Ziel der COY20 besteht darin, die aktive Beteiligung junger Menschen an den Prozessen der UN-Klimarahmenkonvention (UNFCCC) zu fördern. Ihre Ideen und Forderungen fließen in das Global Youth Statement ein – eine politische Erklärung, die die Position der weltweiten Jugend widerspiegelt und direkten Einfluss auf die internationale Klimapolitik hat.

Dank der Unterstützung der Hanns-Seidel-Stiftung konnte in diesem Jahr              A. Delger, herausragende Teilnehmerin des Policy Empowerment Program des Nationalen Jugendrats für Umweltfragen der Mongolei, an der Konferenz teilnehmen. Sie vertrat die Stimme der mongolischen Jugend, tauschte Erfahrungen aus und setzte sich aktiv dafür ein, die Rolle junger Menschen in der globalen Klimadiplomatie zu stärken. Die Förderung junger Führungspersönlichkeiten gehört zu den zentralen Anliegen der Hanns-Seidel-Stiftung in der Region.

Ein besonderer Moment der COY20 war die Videobotschaft von UN-Generalsekretär António Guterres. Darin würdigte er den Mut und die Führungsstärke junger Menschen sowie der Länder, die am stärksten von Klimafolgen betroffen sind. Er betonte: „None of this is possible without you.“ Die Jugend wurde eindringlich dazu aufgerufen, ihre Arbeit über die Konferenz hinaus fortzusetzen – in den Verhandlungen ebenso wie auf der Straße.

Die Konferenz bot zahlreiche Capacity-Building-Sessions, insbesondere zu den UNFCCC-Verhandlungsprozessen, damit junge Delegierte fundiert und wirksam an globalen Klimaprozessen teilnehmen können. Der Geist der Zusammenarbeit war deutlich zu spüren – etwa anhand des Beispiels der Gambia Environmental Alliance, die landesweit Umweltorganisationen vereint und beeindruckende Erfolge wie Aufforstungskampagnen, Küstenreinigungen und Biodiversitätsschutz erzielt hat. Die Allianz-Mitgliedern Haddijitaou Ceesay sprach zudem im Namen der weltweiten Jugend bei der Eröffnungsplenarsitzung der COP30.

Bei der Abschlusszeremonie betonte Ana Toni, Exekutivdirektorin der COP30, dass der Weg nun eindeutig zu realen Taten führen müsse. COP30 solle eine „COP der Wahrheit“ und eine „COP der Umsetzung“ werden, die sowohl den wissenschaftlichen Realitäten ins Auge blickt als auch konkrete Lösungen liefert.

Zu den wichtigsten Prioritäten, die im Rahmen der COY20 hervorgehoben wurden, zählen:

  • Stärkung des Multilateralismus: Globale Zusammenarbeit muss trotz geopolitischer Spannungen gewährleistet bleiben.
  • Verbindung von Politik und Menschen: Klimastrategien müssen spürbare Verbesserungen für betroffene Gemeinschaften bringen.
  • Skalierung von Lösungen: Die aktuellen NDCs führen weiterhin auf einen 2,5-Grad-Pfad – deutlich mehr Ambition ist erforderlich.
  • Jugendmobilisierung: Junge Menschen sollen Delegationen aktiv ansprechen und täglich an die Dringlichkeit erinnern – „We are in a hurry.“

Der bedeutendste Moment der Konferenz war die feierliche Übergabe des Global Youth Statement, das folgende fünf Kernforderungen enthält:

  1. Vorlage klarer, ehrgeiziger NDCs zur Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 °C sowie ein gerechter, schneller und fairer Ausstieg aus fossilen Energien.
  2. Verankerung von intergenerationeller Gerechtigkeit als rechtliche und ethische Grundlage der Klimapolitik.
  3. Anerkennung, dass Konflikte Klimaauswirkungen verschärfen, und Aufruf zu einem globalen Waffenstillstand zum Schutz von Zivilisten und vulnerablen Gemeinschaften.
  4. Bereitstellung zugänglicher, gerechter und transparenter Klimafinanzierung – insbesondere für indigene, lokale und marginalisierte Gruppen.
  5. Aufwertung der Anpassung als gleichwertige Priorität neben der Minderung, inklusive robuster Finanzierung, Technologietransfer und kapazitätsbildender Maßnahmen.

Die COY20 zeigte erneut, dass die Stimmen junger Menschen weltweit zunehmend Gewicht in internationalen Klimaverhandlungen erhalten. Mit ihrer Teilnahme, ihrem Engagement und ihrer klaren Agenda trägt die Jugend maßgeblich dazu bei, den Übergang von Versprechen zu konkreter Umsetzung voranzutreiben – ein Ziel, das auch die Hanns-Seidel-Stiftung nachhaltig unterstützt.