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Schulung
Positive Organisationskultur und kindgerechte Justiz im Fokus

Die Hanns-Seidel-Stiftung engagiert sich seit mehr als drei Jahrzehnten für die Förderung rechtsstaatlicher Strukturen und die Stärkung eines menschenrechtsbasierten Rechtssystems in der Mongolei. Angesichts der geplanten Einrichtung spezialisierter Familien- und Jugendgerichte gewinnt die Weiterentwicklung fachlicher Kompetenzen von Richterinnen, Richtern und Gerichtsmitarbeitenden im Bereich des Kinder- und Jugendschutzes zunehmend an Bedeutung.

Vor diesem Hintergrund organisierte die Hanns-Seidel-Stiftung gemeinsam mit dem Generalrat der mongolischen Justiz eine Schulung zum Thema „Positive Organisationskultur“ für Mitarbeitende der Bezirksgerichte, die vereinfachte Straf- und Zivilverfahren bearbeiten. Ziel der Veranstaltung war es, das Bewusstsein für die Bedeutung einer professionellen Arbeitskultur zu stärken und den Austausch über die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen im Justizsystem zu fördern.

Als Referent nahm Professor und Psychologe Mark Stemmler von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg teil. Er vermittelte Einblicke in die psychologische Entwicklung von Kindern und Jugendlichen, erläuterte deren besondere Bedürfnisse im Kontakt mit dem Justizsystem und stellte internationale Erfahrungen im Bereich einer kindgerechten Justiz vor. Darüber hinaus diskutierte er mit den Teilnehmenden über persönliche Entwicklung, den Umgang mit beruflichen Belastungen, Work-Life-Balance sowie die Förderung eines respektvollen und unterstützenden Arbeitsumfelds.

Ergänzt wurde die Schulung durch Fachvorträge der Vorsitzenden des Generalrats der Justiz, P. Zolzayaa, sowie der Psychologinnen A. Taivanjargal und Sh. Nomin-Erdene. Die Vorträge und Diskussionen boten den Teilnehmenden die Möglichkeit, Erfahrungen auszutauschen und gemeinsam Ansätze zur Weiterentwicklung einer professionellen und menschenrechtsorientierten Justizkultur zu erörtern.

Die Veranstaltung machte deutlich, dass ein wirksamer Kinder- und Jugendschutz nicht allein auf gesetzlichen Regelungen beruht. Ebenso wichtig sind fachliche Kompetenz, institutionelles Bewusstsein und eine positive Organisationskultur, die das Wohl und die Rechte von Kindern in den Mittelpunkt stellt.